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TFT-Compendium
Diese technischen Erläuterungen beziehen sich auf die von VTS hergestellten TFT-Monitore. In allen Geräten befindet sich die gleiche Kontrollertechnik und Software, eine modellübergreifende Steuerung sowie Konfiguration ist somit gewährleistet. Das Netzwerk-Remote-Interface, die Bediensoftware „DisplayCenter“ und die darin integrierten Abgleichalgorithmen sind eine Entwicklung der VTS-GmbH. Montage: Alle Desktop besitzen eine VESA Montage und können optional mit Standfuß geliefert werden. Auf Kundenwunsch ist es möglich, schwenkbare Standfüsse oder Montagekonsolen anzufertigen. Geräuschentwicklung: Alle Geräte sind lüfterlos. Betriebstemperatur: Dauerbetrieb bei einer Umgebungstemperatur von +5° - +35° möglich. EBU-TECH 3320: Alle Grade-1 Anforderungen mit einem TFT Bildschirm zu erfüllen, ist momentan nicht möglich. VTS Monitore erfüllen folgende Parameter:
- Leuchtdichte
- Schwarzwert (nicht alle Geräte)
- Kontrastverhältnis (nicht alle Geräte)
- Gamma Charakteristik
- Grauwert Darstellung
- Farbraum (Primärfarben)
- Farbtemperatur
- Auflösung
- Image sticking (nicht alle Geräte)
- Signalformate
- Nachziehen bei bewegten Objekten (gerade akzeptabel).
Farbraum: Spezifiziert in ITU-R Rec. BT.601 bzw. ITU-R BT.709. Für eine Farbrichtige Darstellung sind zwei Baugruppen des Monitors verantwortlich, die Primärfarben des Bildschirms und die YUV-RGB Matrizierung. Die Primärfarborte werden hauptsächlich von der verwendeten CCFL Beleuchtung bestimmt und ist mit einer zusätzlichen Farbraumtransformation der Signalverarbeitung optimal anpassbar. Diese Farbraumtransformation ist in unserem 3G-Bit SDI-Modul eine Grundfunktion und deren Koeffizienten werden beim Farbabgleich individuell berechnet. Die YUV-RGB Matrizierung dient dazu das ursprüngliche RGB Signal welches in YUV kodiert und übertragen wird, wieder nach RGB zurückzurechnen. Hierzu werden genormte Matrizenkoeffizienten verwendet, diese aber unterscheiden sich zwischen SD und HD Formaten. Die Formaterkennung des Monitors wählt daraufhin automatisch die richtige Matrizierung. Blickwinkel: Blickwinkel Messung nach EBU – TECH 3325 bezüglich Blickwinkel wurden noch nicht durchgeführt. Im Allgemeinen sollte man IPS, PVA oder MVA der TN Technologie vorziehen. Farbabgleich: Es ist ausschließlich ein automatischer Farbabgleich möglich, nur dadurch lassen sich Weißwert und Gammakurve präzise genug kalibrieren. Als Messgeräte werden derzeit die Farbmessgeräte CS-200, CS-2000 von Konica- Minolta und JETI specbos 1211 unterstützt. Die PC-Software „Display-Center“ dient der Kalibrierung unserer Displayserie und steht Kunden kostenfrei zu Verfügung. Da Diese Messgeräte über USB angeschlossen werden ist die Anwendung an einen Laptop sinnvoll, hier muss vorbereitend lediglich eine Verbindung zum Display-Netzwerk geschaffen werden. Der Abgleich wird im verdunkeltem Raum nach einer Warmlaufzeit vom mind. einer Stunde durchgeführt. Dazu wird das Farbmessgerät auf dem Stativ ca. 1-3m vor dem Display mit lotrechter Blickrichtung positioniert. In der Software wird dieses Display angewählt und mit einem Klick der automatische Abgleich gestartet. Dabei lassen sich die vorgegebenen Parameter für Gamma, Farbtemperatur und Leuchtdichte ändern und speichern. Für eine korrekte elektro-optische Übertragungskurve muss eine hohe Graustufenzahl angeglichen werden, die mögliche Anzahl von 25 liegt dabei noch über der im EBU–TECH 3325 angegebenen Anzahl. Ein Abgleichvorgang dauert in der Regel zwischen 5 und 7 Minuten, so ist inkl. Messkopf Justieren eine Zykluszeit von 10 Minuten pro Display problemlos erreichbar. Backlight: Displays welche mit einer CCFL Hintergrundbeleuchtung ausgestattet sind, haben eine zu erwartende Lebensdauer (50% Leuchtstärke) von ca. 50000 Std. Ein wichtiges Merkmal einer dimbaren Backlight ist die Frequenz der PWM die meist im Bereich von 150 bis 240Hz liegt. Interferenzeffekte können durch eine Bildabtastung des TFT's (z.B. im Studio) auftreten, wenn die PWM-Frequenz kein ganzzahliges vielfaches der Bildwechselfrequenz darstellt. Werksseitig sind die Geräte auf ein vielfaches von 50 Hz konfiguriert. RGB-LED, hier liegt die Lebensdauer bei 50% Leuchtstärke im Bereich von 30-40000 Stunden. Auflösung: Eine Native HD Auflösung wird von folgenden Geräten unterstützt: VTS-TFT17HD und alle Modelle mit einer Bilddiagonale von 22 bis 65 Zoll. Bildverhältnis (16:9): Das eingestellte Bildverhältnis bleibt unabhängig vom Eingangssignal bzw. Auflösung des Panels erhalten. Es sind folgende Skalieroptionen einstellbar:
- Skalierung aus (Pixel to Pixel)
- nur Horizontal angepasst (Sinnvoll bei nicht-quadratischer Pixelform, wie bei SD-TV).
- nur Vertikal angepasst (Sinnvoll bei nicht-quadratischer Pixelform, wie bei SD-TV).
- Vertikal auf gesamte Panelhöhe angepasst.
- Horizontal auf gesamte Panelbreite angepasst.
All diese Skalierungsoptionen sind für 4:3, 16:9, Cine1.85 oder Cine2.35 anwendbar. Zusätzlich kann das Bild bei nicht formatfüllender Darstellung mittig, oben oder unten ausgerichtet werden. Dadurch entstehende Ränder sind schwarz gefüllt, dieser voreingestellte Farbwert ist auch änderbar. OSD Menü (On-Screen-Display): Geräteeinstellung können im OSD-Menü vorgenommen werden. Darüber hinaus lässt sich auf die UP/DOWN Tasten eine Hotkey Funktionen einstellen. Die ENTER Taste dient bei geschlossenem OSD zur Eingangsumschaltung. Remote: Eine Auswahl wichtiger Schaltfunktionen lassen sich per GPI oder Netzwerk steuern. Letzteres ermöglicht eine komfortable Einbindung an vorhandene Bediensysteme wie VSM oder BFE Kontroller. Mit der IR-Fernbedienung lassen sich alle OSD Funktionen und Hotkeys bedienen. Durch die Adressierbarkeit der IR Bedienung entsteht ein weiterer Vorzug, man kann z.B. logische Gruppen bilden oder einzelne Geräte deaktivieren. Konfiguration: Rationelles Einstellen von Geräteparameter auf Produktions- und Studiobedingungen. Hierzu bieten wir die Software "DisplayCenter" für Windows® Systeme an. Diese Anwendung ist für die VTS Displayserie geeignet und steht Kunden kostenfrei zu Verfügung. Merkmale:
- Komfortable Netzwerkkonfiguration, u.a. Auffinden aller VTS-Displays welche sich im Netzwerk befinden.
- Konfiguration sämtlicher Bildparameter.
- Konfiguration der GPI Eingänge.
- Farbabgleich für Minolta CS-200, CS-2000 oder JETI specbos 1211 Farbmessgeräte.
- Updateplattform für Display Firmware.
- Definition der IMD „In-Monitor-Display“ Anzeige, z.B. Position, Größe und Farbe der Quelltext- bzw. Tallyeinblendung.
IMD (In-Monitor-Display): Durch eine TCP/IP Netzwerkverbindung ist eine Tally und Quelltext Anzeige im TFT möglich und wird von VSM und BFE Kontrollern unterstützt. Diese Funktion ist in allen Geräten verfügbar. Die Definition der IMD Anzeige wird durch unsere Software "DisplayCenter" vorgenommen. Nachfolgend einige Parameterbeispiele: Position, Größe, Farbe der Quelltext bzw. Tallyeinblendung. Besonders dafür geeignet sind die Displays von 6,4 Zoll bis 24 Zoll, welche durch das Seitenverhältnis 16:10 bzw. 16:9,6 ausreichend Platz für Text bieten. Hierzu sollte man das Bild wahlweise oben oder unten "andocken". Es lässt sich auch ein Darstellungsschema rationell auf mehrere Displays anwenden. Am VK-Kontrollersystem muss lediglich die Display IP-Adresse einer Senke zugewiesen werden. Die vorherrschenden Quelltexte und Tally-Regeln kommen ohne zusätzliche Konfigurationsarbeit im Display zur Anzeige. Delay (Verzögerungszeit): Die Anzeigeverzögerung im Halbbild oder Vollbild Modus beträgt im Allgemeinen 25ms. Funktionsweise des Adaptiven Deinterlacing (3rd Motion): Durch Analyse der Halbbildfolge wird im Signalprozessor automatisch der beste Widergabemodus erkannt. Halbbild für starke Bewegung und Vollbild für unbewegten bzw. progressiven Bildinhalt (PsF). Dieser Adaptive Deinterlacer benötigt zusätzlich 20ms. Übersicht der Signal- und Darstellungsart:
- Interlace-Signal, Modus:Halbbild = 25ms
- Interlace-Signal PsF, Modus:Vollbild = 25ms
- Interlace-Signal Bewegung oder PsF, Modus: 3rd-Motion = 45ms
- Progressives Signal, Modus: nur Vollbild möglich = 25ms
Signaleingang: Es werden alle Eingangsformate, sofern es die Modulbestückung erlaubt, unabhängig von der Panel Auflösung dargestellt. Die Kanaleinblendung nach Signalwechsel oder Eingangsumschaltung lässt sich abschalten. Im OSD sind weitere Informationen bezüglich des Eingangsformats abrufbar. Alle Displays sind mit Video, VGA, DVI-I Eingängen erhältlich. Optional sind SD/HD-SDI(3Gb), LWL und RGB/YUV Eingänge verfügbar.
Image-Sticking: Dieser Effekt ist nicht vergleichbar mit dem Einbrennen einer Bildröhre bzw. eines Plasma Displays. Bedingt durch lang anhaltende statische und vor allem kontrastreiche Bildinhalte können im LCD geringe Gleichspannungsanteile zur Veränderung des Flüssigkristalls führen. Untersuchungen deuten auch auf Ionisierte Verunreinigungen hin, welche sich am „Alignment Film" ablagern. Auch eine erhöhte Umgebungstemperatur beschleunigt diesen Prozess. Diese Effekte sind keine Defekte, sondern Abnutzungsmechanismen, die durch ungeeignete Anwendungsmethoden noch verstärkt werden können. Daher ist kein Garantieanspruch durch Image Sticking geschädigte Displays möglich.
Bildschirmschoner: Alle Geräte sind mit Bildschirmschoner-Funktionen ausgestattet, diese regeneriert die LCD Zellen durch wechselnde Ansteuerung. Diese Funktion kann per GPI, TCP/IP oder Timer gesteuert werden. Ein Abschalten bei Nichtgebrauch ist dem Bildschirmschoner in jedem Fall vorzuziehen. Die Rückbildung hängt jedoch maßgeblich vom zeitlichen Anteil dieser Erholungsphasen ab. Da Bildschirme während der Regenerierung dem Normalbetrieb nicht zu Verfügung stehen und wenn dennoch ein permanenter Betriebseinsatz gefordert ist, sollte der „LineScreensaver" akiviert werden. Eine waagerechte Linie wandert mit einstellbarer Geschwindigkeit durch, und bewirkt dadurch während der normalen Betriebszeit eine Regeneration. Diese Funktion, die anfangs sicher noch störend empfunden wird, wird nach einer Gewöhnungszeit kaum noch bewusst wahrgenommen. Der zu erzielende Effekt kann durch variable Linienbreite und -transparenz optimiert werden.
Firmware: Die ständige Weiterentwicklung der Firmware und das Erweitern des Funktionsumfangs können eine Software Aktualisierung erfordern. Über die Netzwerkverbindung ist ein komfortables programmieren der Firmware mit dem DisplayCenter möglich. Es sind alle Bausteine im Gerät mit dieser Updatefunktion erreichbar. Durch diese hohe Flexibilität können beispielsweise Tally Protokolle oder kundenspezifische Steuerfunktionen erweitert werden.
Glossar:
| TN film |
Twisted Nematic (kürzeste Schaltzeit) |
| S-PVA |
Super Patterned Vertical Align (bester Schwarzwert) |
| S-IPS |
Super IPS, (bester Blickwinkel) |
| S-MVA |
Super Multidomain Vertical Alignment, (Kompromiss aus TN und IPS) |
| ITU-R BT.709 |
Spezifikation des HDTV-Standards für die Produktion und den internationalen Programmaustausch. |
| ITU-R Rec. BT.601 |
Digital Video Standard für Fernsehstudios. |
| EBU-TECH 3325 |
Reproduzierbare Qualitätstests für Studiomonitore. |
| CCFL |
Cold Cathode Fluorescent Lamp, Leuchstoffröhre mit ungeheizten Elektroden. |
Eine Native HD Auflösung wird von folgenden Geräten unterstützt: VTS-TFT17HD und alle
Modelle mit einer Bilddiagonale von 22 bis 65 Zoll.
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