NDR FÜ2 HD

NDR FÜ2 HD und Rüstwagen

Im Zeitraum April 2010 bis November 2010 entstand neue Übertragungswagen des Norddeutschen Rundfunk – der FÜ2, samt Rüst- und Uplink-Wagen. In Zusammenarbeit mit dem Fahrzeugbauer Josef Halbinger GmbH und Sono Studiotechnik GmbH, plante und baute VTS Studiotechnik den neuen FÜ2 HD.

k-dsc_0605_2k-dsc_0587

k-dsc_0544k-dsc_0627

Der FÜ2 besitzt zwei Räume, eine Bild- und eine Tonregie, die Platz für 6 Mitarbeiter des NDR bieten. Im Rüstwagen gibt es neben dem Rüstbereich, der ein speziell für dieses Fahrzeug angefertigtes Regalsystem von der Firma Sortimo umfasst, einen Schnitt- und Uplink-Raum, in dem zwei weitere Mitarbeiter Platz finden.

Auf zwei Kompaktfahrgestelle von Mercedes Benz wurden die Karosserien der beiden Fahrzeuge von der Firma Josef Halbinger GmbH aufgesetzt. Jedes Fahrzeug hat eine Gesamtlänge von 9,30 m, eine Breite von 2,50 m und eine Höhe von 3,90 m. Das zulässige Gesamt Gewicht beträgt sowohl beim Ü-Wagen, als auch beim Rüst-Wagen 18 t. Die kompakte Bauart des Ü-Wagens ermöglicht dem NDR eine sehr flexible Verwendung der Fahrzeuge, da er auch an Produktionsstandorten mit geringerem Platzangebot einsetzbar ist.

Für die Uplink-Satellitentechnik der Firma Hiltron wurde beim Rüstwagen das Fahrzeugdach am Heck abgesenkt, damit der große Antennenspiegel im eingefahrenen Zustand nicht die Fahrzeughöhe überschreitet.

k-dsc_0591k-dsc_0606

Verbunden werden beide Fahrzeuge mittels Glasfaser-Technologie. Dies ermöglicht es dem NDR, den Rüstwagen bei Bedarf auch weiter vom Produktionsort abzusetzen, um immer eine „freie Sicht“ für den Uplink zu gewährleisten.

Eine besondere Herausforderung war der große Bildregietisch, mit einer Gesamtlänge von 4,07 m. Dieser musste genügend Steifigkeit und Stabilität aufweisen, um trotz des Einbaus etlicher Bedienelemente – wie z.B. dem Bedienpanel des Bildmischers – nur von zwei Auszugschienen an beiden Enden des Tisches gehalten zu werden.

k-dsc_0545k-dsc_0563

k-dsc_0564k-dsc_0552

Die Videotechnik des FÜ2 ist für bis zu fünf Kameras ausgelegt. Wahlweise können auch bis zu zwei Wireless-Kameras eingesetzt werden.

Über eine 198²-Evertz-EQX-Videokreuzschiene im Hauptwagen, eine 96²-Evertz-Xenon-Kreuzschiene im Rüstwagen und das Controllersystem VSM-Studio der Firma LSB werden die Videosignale in beiden Fahrzeugen gesteuert.

Ebenfalls von der Firma Evertz stammt das Multiviewer-System, welches über DVI an die zehn 42“-TFT’s – acht in der Bildregie-Monitorwand und zwei im EDIT-Raum des Rüstwagens – angebunden ist. Zum Messen und Angleich der Videosignale dient ein Tektronix WVR 7120-Videomessgerät, zusammen mit einem VTS 17“-TFT am Prod.-Ing.-Platz.

Als Bildmischer wird ein Sony MVS 6000 mit 2,5 M/E eingesetzt. Auch bei diesem Fahrzeug kommt unsere speziell für Bildmischer-Menü-Panels entwickelte Gleitschienen-Technologie zum Einsatz. Diese ermöglicht es, das Menü-Panel – freischwebend – über fast die gesamte Tischlänge zu verschieben.

Im EDIT-Raum des Rüstwagens bilden die Technologien der Firmen EVS, AVID und MOG-Solutions, zusammen mit einigen MAZEN von Sony, das Schnitt- und Recordingsystem des  FÜ2.

Die 5000er-Modulserie von Lynx rundet mit etlichen Verteilern, Convertern und Framesynchronizern das Videosystem beider Fahrzeuge ab.

k-cimg6343k-dsc_0610

Das Audiosystem des FÜ2 plante und baute die Firma Sono Studiotechnik. Das Herzstück der Audiotechnik bilden das digitale Mischpult Crescendo, zusammen mit der Nexus Star Audiokreuzschiene und dem Nexus-Modulsystem der Firma Stagetec. Als Abhören dienen Lautsprecher von Geithain und Klein & Hummel. Das Intercomsystem wurde durch die Produkte der Firma Clearcom, sowie zwei Riface Duplex-Anlagen der Firma Riedel realisiert.

k-dsc_0582k-dsc_0619

Die PC-Steuerung übernehmen drei Neo4 von Guntermann & Drunck – zwei im Hauptwagen und einer im Rüstwagen. Das KVM-System ist so ausgelegt, dass sich die Neo4 des Ü-Wagens mit dem Neo4 des Rüstwagens kaskadieren lassen. So können die PC’s auch Fahrzeugübergreifend bedient werden.